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Staatliche Realschule
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Autorenlesung in den 6. Klassen Drucken E-Mail

Autorenlesung der anderen Art

Den Bamberger Autor Nevfel Cumart, der an der Realschule Ebermannstadt bei Lesungen für die 9. und 10. Klassen aufgrund seines dichterischen Talents, Einfühlungsvermögens und pädagogischen Geschicks schon mehrmals gern gesehener Gast war, luden wir im laufenden Schuljahr für die 6. Klassen ein.

 Autorenlesung 01

Die 161 Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgangsstufe lernten am 01.02.2010 einen Schriftsteller kennen, der stets gegen Vorurteile kämpfen musste, obwohl er 1964 in Lingenfeld (Rheinlandpfalz) geboren und in Stade (Niedersachsen) aufgewachsen ist. Nach dem Abitur absolvierte er erst einmal eine Lehre als Zimmermann, bevor er u. a. Turkologie, Arabistik, Islamwissenschaft und Iranistik studierte. Seit seinem Studium lebt er in Bamberg. Die deutsche Staatsbürgerschaft hatte man dem in Deutschland Geborenen stets verwehrt. Erst als er mit seinen Büchern Erfolg hatte, wurde seinem Antrag mit der Begründung stattgegeben, dass er jetzt eine „Bereicherung für die deutsche Gesellschaft darstelle. Neben verschiedenen anderen Auszeichnungen wurde Herrn Cumart 1995 auch der Bayerische Literatur-Förderpreis verliehen. Seine biographischen Erfahrungen kommen ihm bei seinen Lesungen zugute und machen ihn zu einem glaubwürdigen Brückenbauer und Vermittler zwischen Deutschen und Türken.

Elija, Schüler der Klasse 6G, erinnert sich besonders gern an die Gedichte, die der Dichter in türkischer Sprache vorlas und anschließend übersetzte. Auf unauffällige Weise wird hier für gegenseitige Achtung, Verständigung und Toleranz gegenüber Andersdenkenden plädiert. Tina Leibinger gefällt es, dass der Autor über alles Mögliche schreibt, was ihm in den Sinn kommt:

Er sieht sich die Menschen in seiner Umgebung genau an, schreibt über Nachbarn, Hochzeiten, seine Familie, Liebe, Tod, Politik… Lisa freute sich, dass er offen und ehrlich war und auf alle Fragen und Äußerungen der Schüler locker reagierte. In einer interkulturellen Schreibwerkstatt lernte die Klasse 6G, wie man spielerisch Zugang zur Literatur findet und wie man eigene Gedichte verfasst. Wie kleidet man Gefühle, Ängste, Sorgen in Worte? Die Schülerinnen und Schüler schlüpften z. B. in die Rolle eines Tieres ihrer Wahl und sahen die Welt aus dieser Perspektive mit anderen Augen.

Autorenlesung 02

Christine Schmitt fand es besonders schön, dass sie und ihre Mitschüler aus der 6G selbst etwas schreiben durften und dabei in ihrem Klassenzimmer Hilfestellung von einem Dichter erhielten, der schon oft in der Zeitung und im Fernsehen zu sehen war. Beeindruckt waren aber auch die Zuhörer aus den anderen 6. Klassen, bei denen die Dichterlesung im Vordergrund der Veranstaltung stand.

Lukas Winter und Michelle Franz aus der Klasse 6C schildern ihre Eindrücke z. B. in folgendem Bericht:

„Am 01.02.2010 wurde in der dritten und vierten Stunde im Theaterraum unserer Schule von Nevfel Cumart eine Autorenlesung für die Klassen 6b und 6c abgehalten. Der Autor begann zunächst damit, sich selbst vorzustellen. Dabei erfuhren wir viel über seine Herkunft, die Bedeutung seines Namens und seine Lebensgeschichte. Persönliche Einblicke erlaubte Nevel Cumart uns auch mit Schilderungen über seine erste große Liebe, die ihn zu einer Reihe von Gedichten inspiriert haben. Natürlich brachte er davon einige zu Gehör. Den Liebesgedichten schlossen sich weitere Erzähl- und Vortragsrunden an, in denen er jeweils von der emotionalen Bedeutung, die seine Texte für ihn haben, und deren Hintergrund sprach. Diesen Erklärungen folgte immer das Vortragen einiger ausgewählter Gedichte oder Kurzgeschichten. Hierbei beeindruckten uns besonders seine Ausführungen zu dem schrecklichen Tsunami im Jahre 2004, den er in Thailand selbst miterleben musste. Nach diesem schockierenden Erlebnis war er etwa ein Jahr lang nicht mehr in der Lage zu schreiben. Erst allmählich konnte er wieder damit beginnen und Texte verfassen, in denen er diese Erfahrung verarbeitete. Selbstverständlich durften wir Schüler auch Fragen stellen und in der Pause und am Ende der Veranstaltung in seinen Büchern stöbern oder sie kaufen. Insgesamt war es eine beeindruckende Lesung, die eine Empfehlung verdient.

Monika Schwabe

 
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